Standardänderungen bei Erzeugnissen und Bastelarbeiten

Alle neuen Bewertungsbestimmungen der Abt. 10, die jetzt „Erzeugnisse aus der Rassekaninchenzucht sowie Gestaltungen mit weiteren Materialien und Techniken „ heißt, sind seit 1. Oktober 2007 in Kraft getreten.

Die Klasseneinteilung wurde geringfügig abgeändert.
Die Klassen 1 – 5 bleiben gleich wie bisher, allerdings wurden die Bewertungs-Urkunden für Erzeugnisse in den Einzelpositionen auf 5 x 20 Punkte abgeändert.
Die Bastelarbeiten der Klasse 6, die einen Bezug zur Rassekaninchenzucht haben mussten, sind gestrichen. Die Klasse 6 ist unterteilt in
6a) Materialgebundene Gestaltungen
6b) Gestaltungen mittels elektronischer Medien
Klasse 7: Fellsortimente
Klasse 8: Lehrbeiträge und Anschauungsmaterial

Das seitherige „Pilotprojekt Bastelarbeiten“ wurde 2006 abgeschlossen und mit etwas abgeänderten Bestimmungen in den Standard aufgenommen. Zugelassen sind in der Kl 6a) Materialgebundene Gestaltungen, sämtliche Bastelarbeiten die im Pilotprojekt ausgestellt werden konnten und zusätzlich alle Handarbeiten. Zur Bewertung der Ausstellungsstücke in der Klasse 6 werden die Bewertungsurkunden für Bastelarbeiten mit 5 x 20 Pkt. verwendet. Der Kopf der Bewertungskarte muss von der Ausstellungsleitung mit der möglichst genauen Bezeichnung des Ausstellungsstückes und auch mit der entsprechenden Ausstellergruppe ausgefüllt werden. Die Bezeichnungen der einzelnen Pos. sind:
1. Idee und Umsetzung des Themas
2. Verarbeitung und Detailgenauigkeit
3. Materialwahl und Beschaffenheit
4. Arbeitsaufwand und Reichhaltigkeit

5. Gesamteindruck 

Zu Pos. 1 - Idee und Umsetzung des Themas
Ideenreichtum, Gestaltung und Aktualität sind zu bewerten, aber auch die Bearbeitung des Themas. Der Bezug zum gewählten Thema muss klar erkennbar sein, d.h. wenn laut der Bewertungskarte eine Hardanger- Decke gemeldet wurde, darf sie sich nicht als eine Kreuzstich- Stickerei entpuppen. Es ist sinnvoll bei der Themenwahl etwas ins Detail zu gehen und die Arbeit genauer zu umschreiben, z.B. nicht nur einfach ein Tiersortiment melden, besser könnte es dann „Tiere auf dem Bauernhof „oder „Tiere im Zoo“ heißen. Es müssen dann aber auch die passenden Tiere in dem Sortiment sein. Bevorzugt werden trotz allem, Themen die einen Bezug zur Natur, zur Kaninchenzucht, Tierzucht und Kleintierzucht haben, aber auch Natur und Tierschutz, Jugendarbeit und Jugendschutz können Themen sein.
Zu Pos. 2 - Verarbeitung und Detailgenauigkeit
Eine saubere und ordentliche Verarbeitung ist die Grundvoraussetzung für jede Hand - und Bastelarbeit. Lose und schlecht vernähte Fäden, offene und ausgefranste Nähte, ungleiche Stiche, schlechte Säume, usw werden beanstandet. Die Rückseite einer Handarbeit wird natürlich mitbewertet. Klebstoffreste, schlechter Stand, lose Teile und ungenaue Verbindungen bei Bastelarbeiten. Hervorstehende Nägel und Schrauben, schlecht verschliffene Kanten und Ecken, fehlerhafte Bemalung sind bei Holzarbeiten häufig zu bemängeln. Größere Aufbauten, die an Ort und Stelle stehen bleiben, müssen gut zugänglich sein.
Zu Pos. 3 - Materialwahl und Beschaffenheit
Als Material ist so gut wie alles zugelassen, Papier, Pappe, Stoff, Leder, Felle auch von anderen Tieren, Filz, Holz, Ton, Stein und Gips, natürlich auch Heu und Stroh, Metall, Kunststoffe und vieles mehr, es ist darauf zu achten dass alle Materialien themengerecht eingesetzt werden und in einem geeigneten Zustand sind. Das Material muss zum gewählten Thema passen und auch zweckmäßig verarbeitet werden.
Zu Pos. 4 - Arbeitsaufwand und Reichhaltigkeit
Die Bewertung richtet sich nach dem erkennbaren Arbeitsaufwand, etwa wie Größe, Menge, Reichhaltigkeit, Anzahl u. Vielfalt, jeweils bezogen auf die Ausstellergruppe. Die Jugendaussteller sind in 3 Klassen unterteilt, der geforderte Arbeitsaufwand ist gestaffelt von mind. 10 Std. bis 20 Std.. Bei erwachsenen Ausstellerinnen und Ausstellern werden mind. 25 Std. Arbeit gefordert. Gruppenarbeiten sollten min. 30 Arbeitsstunden beinhalten. Die investierte Arbeitszeit richtig abzuschätzen ist sicherlich sehr schwer, da für die gleiche Arbeit oft unterschiedlich viel Zeit benötigt wird.
Zu Pos. 5 Gesamteindruck
Eine dekorative Aufmachung und übersichtliche Präsentation werden positiv bewertet. Wenn in den Pos. 1- 4 Mängel festgestellt wurden, kann im Gesamteindruck nicht mehr die volle Punktzahl vergeben werden. Auch wenn kein erkennbarer Bezug zur Natur, zur Tierzucht, Kleintierzucht oder Kaninchenzucht, zu Natur und Tierschutz vorhanden ist, können höchstens 19 Pkt. vergeben werden. Die Katalognummer muss gut sichtbar und mit dem Namen dürfen die Ausstellungstücke natürlich nicht gekennzeichnet sein. Dies gilt auch für Gemälde, die oft mit den Initialen signiert sind.

Waltraud Lochstampfer

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